Agronomie 7 min readMai 2026

Kaliumnitrat in der Fertigation: chloridfreie Kalium- und Stickstoffversorgung für Sonderkulturen

Tröpfchenbewässerung mit chloridfreiem Kaliumnitrat (KNO₃) an Tomaten und Paprika im Gewächshaus – Fertigation von Cerantis, Düngerhandel Schweiz

Kaliumnitrat (KNO₃, Kalisalpeter) ist in der bewässerten Sonderkultur der bevorzugte Kaliumdünger. Es vereint zwei Eigenschaften, die für Fertigation und Blattdüngung entscheidend sind: vollständige Wasserlöslichkeit und absolute Chloridfreiheit. Dieser Beitrag erklärt, wann sich Kaliumnitrat lohnt, wie es dosiert wird und wie es sich von MOP und Kaliumsulfat unterscheidet.

Warum Kaliumnitrat für die Fertigation?

In der Tröpfchenbewässerung und im Gewächshaus zählt vor allem, dass ein Dünger rückstandsfrei in Lösung geht und die Tropfer nicht verstopft. Kaliumnitrat erfüllt das: Es ist voll wasserlöslich und liefert gleichzeitig sofort verfügbaren Nitratstickstoff und Kalium.

Damit deckt eine einzige Komponente einen grossen Teil des N- und K-Bedarfs hochwertiger Kulturen ab – von Tomaten, Paprika und Gurken im Gewächshaus bis zu Beeren, Wein und Tafeltrauben im Freiland.

Chloridfrei: Schutz für qualitätssensible Kulturen

Der zweite grosse Vorteil ist die Chloridfreiheit. Chlorid mindert bei vielen Kulturen Qualität, Stärkegehalt und Lagerfähigkeit. Besonders empfindlich reagieren:

Kartoffeln (Stärkegehalt, Lager- und Verarbeitungsqualität)
Tafel- und Keltertrauben sowie Beerenobst
Tabak, Hopfen und viele Gemüsearten

Wo MOP (Kaliumchlorid) an seine Grenzen stösst, spielt Kaliumnitrat seine Stärke aus.

Kaliumnitrat vs. MOP vs. Kaliumsulfat

Die drei wichtigsten Kaliumquellen unterscheiden sich in Preis, Löslichkeit und Begleitnährstoff:

ProduktGehaltChloridLöslichEinsatz
MOP (Kaliumchlorid)60% K₂Ojanein (Streuware)Flächige Grunddüngung
Kaliumsulfat (SOP)50% K₂O + 18% Sneingranuliert/löslichQualitätskulturen, Schwefelbedarf
Kaliumnitrat (KNO₃)13% N + 46% K₂Oneinvoll löslichFertigation, Blatt, Gewächshaus

Als Faustregel: MOP für die breite Grunddüngung, Kaliumsulfat für chloridempfindliche Kulturen mit Schwefelbedarf, Kaliumnitrat für die Fertigation und die gezielte Versorgung in kritischen Phasen.

Dosierung und Anwendung

In der Fertigation wird Kaliumnitrat direkt im Bewässerungswasser gelöst und über die Kultur- und Bedarfsphasen verteilt. Für die Blattdüngung – etwa zur Unterstützung des Fruchtansatzes oder in Stressphasen – ist eine Konzentration von 0,5–1 % üblich.

Dank der hohen Löslichkeit bleibt kein Rückstand in der Anlage. Die konkrete Aufwandmenge richtet sich nach Kultur, Ertragsziel und Bodenanalyse – wir beraten gerne kulturspezifisch.

Bezug über Cerantis

Cerantis liefert Kaliumnitrat in löslicher kristalliner und geprillter Qualität an europäische Distributoren und Anbauer. Die Mindestbestellmenge für Spezialdünger beträgt 1 MT (vorbehaltlich Produktverfügbarkeit und Lieferort; CIF/FOB Europa). Verwandte chloridfreie Kaliumquellen wie Kaliumsulfat (SOP) sind ebenfalls verfügbar.

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Häufig gestellte Fragen

Ist Kaliumnitrat chloridfrei?
Ja. Anders als MOP (Kaliumchlorid) enthält Kaliumnitrat kein Chlorid und eignet sich daher für chloridempfindliche Kulturen wie Kartoffeln, Trauben und Beeren.
Wofür wird Kaliumnitrat hauptsächlich verwendet?
Vor allem in der Fertigation, im Gewächshaus und in der Blattdüngung hochwertiger Kulturen, weil es voll löslich ist und Nitratstickstoff sowie Kalium gleichzeitig liefert.
Welche Konzentration ist für die Blattdüngung üblich?
In der Regel eine 0,5–1%ige Lösung. Die genaue Dosierung hängt von Kultur und Wachstumsphase ab.
Kaliumnitrat oder Kaliumsulfat – was ist besser?
Kaliumnitrat liefert zusätzlich Stickstoff und ist voll löslich (ideal für Fertigation). Kaliumsulfat liefert Schwefel und ist günstiger pro Kaliumeinheit. Die Wahl hängt von Kultur, Nährstoffbedarf und Anwendung ab.